In der Woche vor Weihnachten am Mittwoch und Donnerstag ging es nach Hualien in die Taroko Gorge. Bereits um 8 Uhr fuhr unser Zug in der Taipei Main Station los. Zum Glück war es ein spezieller Tourizug und keine Bimmelbahn, daher dauerte die Fahrt auch nur 3 Stunden. Von außen war der Zug ein wenig im Aborigine Style angemalt und die Zugbegleiter hatten auch bereits die typische Tracht an. Um 11 Uhr waren wir dann in Hualien und wurden dort auch gleich in einen kleinen Bus gebracht und fuhren dann mit gut 14 anderen Leuten in Richtung Taroko. Leider sprach der Fahrer nur chinesisch, so das wir von seinen Erklärungen nicht wirklich was verstanden aber in den Pausen übersetzen uns immer andere Teilnehmer die Zeiten, damit wir auch wussten wann wir wieder am Bus zu sein haben.
Zu erst gab es einen Stop am pazifischen Ozean, einmal die schon größeren Wellen als an der Ost- oder Nordsee begutachtet und bei 26° im Pullover geschwitzt (in den Bergen waren es nur 18°) und dann weiter mit dem Bus die Straße hinauf. Diese schlängelt sich immer direkt am Fluss entlang und bei dem Bau sind über 200 Menschen ums Leben gekommen und noch weit mehr verletzt worden. Unser erster Stop war dann der Eternal Spring Shrine, der zu Gedenken der Toten, die beim Bau der Straße umgekommen sind, gedacht ist. Nach einer Runde Photoshooting ging es dann weiter zur Swallow Grotto. Dort gingen wir auf einer alten Straßen entlang und auf der gegenüberliegenden Seite kam aus dem Felsen Wasser gelaufen und es waren viele Löcher in den Felsen, so das man sich vorstellen konnte, wie es in der Regenzeit dort ausschaut.
Ein paar Kilometer weiter wurden wir gleich wieder aus dem Bus geworfen und durften jetzt ein Stück zu Fuß gehen durch den Tunnel of Nine Turns. Was kein richtiger Tunnel war aber die Felsen hingen direkt über einem und es ging durch viele kleine Tunnel, dabei hatte man auf der anderen Seite immer den Ausblick auf dem Fluss und die Berge. Nicht ganz so spannend war dann die Cihmu Bridge, eine Brücke eben die etwas schöner gestaltet war und neben einen Felsen gebaut wurde der angeblich wie ein Frosch ausschaut. Umso besser war dann der nächste Stop am Lyushui Trail. Dies ist ein schmaler Wanderweg den wir entlang gehen konnten, wenn wir denn wollten. Ganz schlüssig war man sich aber dann nicht ob unser Fahrer gesagt hätte wir sollten bis zum Ende gehen oder bei einem bestimmten Punkt umdrehen. Wir entschieden uns fürs Umdrehen, was dann auch letztendlich richtig war. Schön war an diesem Weg, das die Aussicht gut war und es kleine Highlights gab, wie eine Hängebrücke und einem Tunnel in dem man absolut nichts sah, nur Dunkelheit!! Zum Glück war er nicht all zu lang und mit langsam vortasten und nassen Füßen erreichte man auch das andere Ende. Dort blockierte dann aber ein kleiner Wasserfall den Weg und man wurde etwas nass beim Durchqueren. Danach hieß es auch schon wieder umdrehen und wieder nass werden und mit dem Kopf in der dunklen Höhle den Weg austasten… Insgesamt aber sehr schön.
Mittlerweile war es dann auch schon 17 Uhr und die nächste Station war unser 5 Sterne Hotel in Tiansiang. Wobei der kleine Ort außer einer geschlossenen Polizeistation, 3 kleinen Gebäuden und einer Kirche nicht viel enthält. Unser abendlicher Erkundungsausflug war dann auch schnell zu Ende und wir sahen ein, dass wir wohl im Hotel essen müssen. Dort war es entsprechend teuer und geschmeckt hat es in dem Restaurant leider überhaupt nicht. 800NT waren da falsch angelegt. Schade das in den 5 Sternen wohl kein „Wie mache ich Brokkoli richtig“-Kurs enthalten ist. Ansonsten aber ein sehr schickes Hotel mit schönen Zimmern und 2 Schwimmbecken, eins draußen auf dem Dach und ein weiteres drinnen, außerdem gab es noch KTV Räume für die Karaoke begeisterten Taiwanesen. Wir spielten dann noch ein wenig Tischtennis und standen am nächsten Tag zum eindeutig besseren Frühstück wieder auf.
Da es in der Umgebung nicht viel Weiteres zu besichtigen gab, bestellten wir den Shuttlebus für 14 Uhr und guckten uns noch den Buddha Tempel neben den Hotel an. Von dort oben hatte man eine sehr gute Aussicht über die Gegend und die goldene Statue sah auch recht nett aus. Da unser Zug erst um kurz vor 18 Uhr nach Hause fuhr sind wir um 15 Uhr noch ein wenig durch Hualien gelaufen, die Stadt hat aber leider nichts zu bieten. Als wir dem super freundlichen, an dem sich jeder deutsche Touri-Infopoint ein Beispiel nehmen sollte, Serviceangestellten fragten was wir uns hier so in 3 Stunden anschauen könnten, lächelte er etwas verlegen und meinte, es gibt hier nicht viel besonderes. Sagte uns dann aber wir sollten einfach mal in die Innenstadt fahren und kaufte uns an der Busstelle zwei Tickets, wartete auf dem Bus, erklärte dem wo wir aussteigen wollen und das er uns bitte bescheid sagt und gab uns noch einen Stadtplan mit. Außerdem schrieb er noch einen Zettel mit möglichen Zeiten und Abfahrtorten für die Rückfahrt! Also das war echt super nett und Spitzenklasse!
Leider fällt die Orientierung in einer Stadt, die nur aus grau besteht etwas schwer. So sind wir zwar in die richtige Richtung gelaufen aber die Innenstadt war wirklich nicht so berauschend. Wir schlenderten ein wenig durch die Gassen, als der Regen dann aber immer stärker wurde und es auch nicht aufzuhören schien, nahmen wir ein Taxi und ließen uns zurück zum Bahnhof bringen. War übrigens das erste Mal, das ich nach einem Taxi suchen musste. Die waren in Hualien wirklich ein wenig rar aber immer noch mehr als in vergleichbaren Städten in Deutschland.
Im Laufe des Tages hatte ich noch bei einer taiwanesischen Kollegin angerufen, bzw. deren Mutter. Diese spricht sehr gut deutsch und eigentlich wollte ich nur wissen, wo in Taipei denn ein gutes Teppanyaki Restaurant finde. Wie es kommen musste wurde sofort gefragt wann wir denn in Taipei zurück sind und so wurden wir auch um 21 Uhr am Bahnhof abgeholt und wie es auch typisch taiwanesisch ist, wird sich nicht unbedingt an den ursprünglichen Plan gehalten. So landeten wir also in einem BBQ Restaurant. In der Mitte des Tisches stand ein großer Grill und es gab auch noch Hot Pot dazu. Jetzt wurden immer jeweils 2 Fleischplatten gereicht auf denen verschiedene Sorten Fleisch lagen und auf den Grill gelegt. Das war echt lecker und all-inklusive. Also wurde auch noch Fisch bestellt und alle möglichen anderen Sachen. Jeder hatte dazu eine Zange mit der er das Fleisch auf den Grill legen konnte. Wichtig war den Taiwanesen dabei, dass fertiges Fleisch auf keinen Fall mehr mit rohen in Kontakt kommt. Bei der kleinsten Berührung musste es nochmal auf den Grill und weiter gebraten werden. Das man für rohes und gares Fleisch die selbe Zange benutzte, war dann wohl zweitrangig. Sehr schön war dort auch noch die Eisbar. 8 Sorten von Mövenpick!! Und 16 einheimische, ich habe jede probiert und muss sagen, danach ging’s mir gut!
Das war also unser Ausflug nach Hualien, zurzeit friere ich mir gerade bei 12° den Arsch ab, aber am Wochenende sollen es schon wieder 24° sein. Wünsche euch allen noch einen guten Rutsch!

Die Blätter gabs zum Mittag, einfach ins heiße Wasser werfen; Vorm Schrein; Seht ihr den Frosch? Also nicht den linken sondern der Fels!; Tempel mit Buddha und mir; BBQ Essen